Sie zahlen Quellensteuer in Spanien oder Frankreich? Lesen Sie hier warum bei der ausländischen Quellensteuer auf Dividenden nach der Kapitalertragssteuer nichts übrig bleibt und was die Alternativen sind.
Haben Sie sich schon mal die Ertragsabrechnung für die Dividendenzahlung ihrer ausländischen Aktien angeschaut? Ich musste leider feststellen, dass bei der ausländischen Quellensteuer auf Dividenden nach der Kapitalertragssteuer nichts mehr übrig beibt.
Ausländische Quellensteuer auf Dividenden
Ich habe mir im letzten Jahr einige europäische Dividendentitel in mein Portfolio gelegt (z.B. Telefonica aus Spanien und Vivendi aus Frankreich) und musste mit entsetzen feststellten, dass der französische Staat eine Quellensteuer von 25% erhebt. Diese ausländische Quellensteuer auf Dividenden wird bei der Ermittlung der Kapitalertragssteuer jedoch nur mit 15% angerechnet.
Unter Berücksichtigung der Entlastung beim Solidaritätszuschlag (5,5%) und der Kirchensteuer (9%) habe ich im Vergleich zur Dividendenzahlung eines Unternehmens in Deutschland eine um 8%-Punkte höhere Gesamtsteuerquote.
Die Schweiz erhebt gar eine Quellensteuer von 35%, was zu einer im Vergleich höheren Gesamtsteuerquote von 18%-Punkten führt. Bei der Dividende von Telefonica wurde die Anrechnung der spanischen Quellensteuer (19%) rückwirkend sogar gestrichen, so dass gerade etwas mehr als 50% der Dividende auf meinem Konto angekommen ist!
Ausländische Quellensteuer Rückerstattung?
Investoren haben jedoch die Möglichkeit, sich die zuviel bezahlten ausländischen Quellensteuern auf Dividenden zurückerstatten zu lassen. Dazu hat die deutsche Bundesregierung mit vielen Nationen ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, das die an das Heimatland des jeweiligen Unternehmens zu leistende Steuerzahlung auf 15 Prozent begrenzen soll.
Rückerstattung der Quellensteuer in der Praxis
Die Realität sieht jedoch so aus, das die Anleger zunächst die gültige Quellensteuer abführen müssen und sich dann die Differenz mit Hilfe eines Steuererstattungsantrags zu einem späteren Zeitpunkt erstatten lassen können. Hiermit ist ein erheblicher Aufwand verbunden. Dazu gehört die Beschaffung der Formulare, das Ausfüllen und u.U. die Einholung der Bestätigung des Wohnsitzfinanzamtes. Diese Dienstleistung wird aber auch von Banken gebührenpflichtig angeboten.
Fazit: Ausländische Quellensteuer auf Dividenden
Es bleibt also festzuhalten, dass nicht nur die Höhe der ausländischen Quellensteuer auf Dividenden von Land zu Land stark variiert, sondern auch die Regeln und Fristigkeiten der Erstattung. Wer soll da als kleiner Privatanleger noch den Überblick behalten? Eine Vereinfachung der Steuerregelung ist jedoch kurzfristig leider nicht in Sicht!
Gibt es Alternativen?
Da ich weiter in ausländische Unternehmen mit einer attraktiven Dividende investieren und gleichzeitig meinen Aufwand in Grenzen halten möchte, bin ich auf das Anlageinstrument: „Bonuszertifikat“ umgestiegen.